Konfliktfähig von klein auf

Konfliktfähig von klein auf

Wie lernen Kinder, mit Unterschiedlichkeit umzugehen?
Wie lernen sie, zuzuhören, auszuhalten, Kompromisse zu finden?

In einer Gesellschaft, in der Debatten rauer werden und Positionen oft unversöhnlich aufeinandertreffen, entscheidet sich demokratisches Miteinander nicht erst im Parlament. Es entscheidet sich früher. Viel früher. Spätestens in der Schule muss gelernt werden, wie demokratisches Miteinander trotz Konflikten möglich ist.

Die Lindenschule – Freie Demokratische Grundschule Hannover versteht Konflikte deshalb nicht als Störung, sondern als Lernfeld. Denn Frieden bedeutet nicht Abwesenheit von Streit. Frieden bedeutet, Konflikte austragen zu können – ohne zu verletzen.


Streit? Gehört dazu.

Zwei Kinder stehen sich gegenüber. Die Stimmen sind laut, die Gefühle auch. In vielen Schulen endet so eine Szene schnell bei der Pausenaufsicht oder im Klassenbuch. An der Lindenschule beginnt es mit einer Einladung zum Gespräch.

Was ist passiert? Was hast du gebraucht?

Konflikte gelten hier nicht als Störung des Unterrichts. Sie sind eine Gelegenheit, damit soziale Kompetenz wachsen kann.

Denn wo Menschen zusammenleben, gibt es immer Unterschiede. Unterschiedliche Perspektiven. Unterschiedliche Bedürfnisse. Unterschiedliche Gefühle. Wer das nicht lernt auszuhalten, lernt auch nicht, Verantwortung zu übernehmen. Dieser Lernprozess soll an der Lindenschule durchdacht begleitet werden.


Das Mediationskomitee: Lernen durch Vermitteln

Wenn es knirscht, kommt das Mediationskomitee ins Spiel. Kinder moderieren Konfliktgespräche, hören zu, stellen Fragen, strukturieren das Gespräch.

Nicht Schuld steht im Mittelpunkt, sondern Verständnis.

Die Beteiligten entwickeln selbst Lösungen. Erwachsene begleiten die Konfliktlösungsgespräche – aber sie entscheiden nicht. Die Kinder handeln untereinander einen Kompromiss oder auch eine Konsequenz aus. So entsteht etwas Entscheidendes: Selbstwirksamkeit.

Kinder lernen:

  • Verantwortung für eigenes Handeln zu übernehmen
  • Gefühle zu benennen
  • andere Perspektiven zu verstehen
  • Vereinbarungen auszuhandeln

Konfliktlösung wird zur Kompetenzbildung.

Regeln entstehen durch Beteiligung

Auch Prävention ist demokratisch organisiert. In der Schulversammlung diskutieren Kinder und Erwachsene gemeinsam Regeln für das Zusammenleben.

Wenn eine Absprache nicht funktioniert, wird sie nicht einfach verschärft – sondern gemeinsam überdacht. Regeln sind hier kein Machtinstrument, sondern gemeinschaftliche Vereinbarungen.

Wer mitentscheidet, übernimmt Verantwortung. Wer mitgestaltet, erkennt identifiziert sich.


Die Lindenschule versteht:
Konfliktfähigkeit ist keine Nebenkompetenz. Sie ist eine Schlüsselqualifikation für eine offene Gesellschaft.

Kinder, die früh lernen zuzuhören, auszuhalten und Lösungen zu verhandeln, erwerben mehr als Sozialverhalten. Sie erwerben demokratische Handlungskompetenz.

Und genau darin liegt ihre Stärke.